Schottergrösse: Die 10-Steine-Regel

Die 10-Steine-Regel ist streng genommen keine Regel sondern nur eine Vorgabe, die ich mir selbst vor Jahren angeeignet habe. Überhaupt sollte man mit Regeln im Modellbau misstrauisch umgehen, es gibt meiner Ansicht nach zu viel „das muss man so und so machen“. Aber das ist eine andere Sache.

Die Frage nach der richtigen Schotterwahl ist wichtig, das Schotterbild bestimmt jede Anlage, und man kann sich darüber prächtig tagelang unterhalten. Mir ist schon vor sehr langer Zeit vor allem auf Modellbahnmessen und Ausstellungen immer wieder aufgefallen, dass Schotter verbaut wurde, der mir zu gross erschien. Der Betonung liegt auf „mir“. Jeder kann natürlich verbauen was er will, aber ich habe mich dabei immer am Original orientiert:

Gleisbett
Gleisbett

Obige beispielhafte Bilder sollen verdeutlichen, was ich meine. Wenn ich mir mal die Mühe mache und die Steine zwischen den Schwellen zähle, komme ich auf ca. 10 Steine, die nebeneinander gelegt zwischen die Schwellen passen.

Gleisbett vergrössert

Daraus folgernd muss ich das auch auf meine Modellbahnanlage anwenden, wenn ich denselben Eindruck erziehen will, den mir das Original vermittelt. Diese Regel oder Vorgabe wende ich seit Jahren an. Es funktioniert natürlich spurübergreifend, ich habe so meinen Schotter in den Nenngrössen H0, 00 und 0 ausgewählt.

Was spricht dagegen? Ein gutes Argument, was ich oft und viel gelesen und gehört habe lautet, der Abstand zwischen den Schwellen der Modellbahngleise entspricht häufig nicht dem Original. Das ist zum grossen Teil richtig, aber das sehe ich nicht. Was ich sehe, sind die Schwellen und der Schotter dazwischen. Sonst nichts. Und damit ist das Argument für mich nicht gültig. Zweitens kann man diese Regel natürlich nicht zwangsläufig epochenübergreifend anwenden, und sie gilt sicher nicht für alle Gleisarten. Ich betrachte hier die Regelspur, bei einer Feldbahn z. B. ist das natürlich anders.

Wie finde ich nun den richtigen Schotter? Ausprobieren, klare Sache. Als Faustregel habe ich mir immer zunächst Schotter angesehen, der für eine kleinere Nenngrösse verkauft wird. Also TT oder N Schotter für H0 Gleise, H0 Schotter für Spur 0 etc. Das allerdings bitte ich wirklich nur als Möglichkeit zu betrachten. Man sollte zuerst kleine Proben kaufen und es ausprobieren. Die Wahl des richtigen Schotters ist, wie schon weiter oben gesagt, meiner Meinung nach elementar wichtig. Hat man das einmal verbockt, wird es schwierig das noch nachträglich zu ändern.

Wer sich das alles noch mal in einem Video ansehen möchte, hier der Link: Lejonthal Teil 29 – Die 10 Steine Regel

Nachtaufnahmen

Es kann auf der Modellbahnanlage nicht genug Lichter bzw. Lampen geben. Fakt. Mit der richtigen Beleuchtung setzt man wunderbare Akzente und Schwerpunkte. Lichtkegel, Schattenwürfe, Beleuchtungen von Teilbereichen, Innenbeleuchtung, auf so etwas stehe ich verschärft.

Natürlich muss man dabei ein paar Sachen beachten. Erstens, das Licht nicht zu hell einstellen. Kommt weniger gut rüber, wenn man im dunklen Raum sitz und von kleinen LEDs quasi geblendet wird. Zweitens, und das ist glaube ich so offensichtlich, dass man es eigentlich nicht erwähnen muss: Häuserwände oder Dächer, durch die das Licht durchscheint sind, wie soll ich sagen, ähm… zu vermeiden?

Wenn man dann erfolgreich die Anlage mit kleinen Lampen oder LEDs ausgerüstet hat, kann man mit ein klein wenig Geschick fabelhafte Nachtaufnahmen erzeugen. Ich zeige hier eine Auswahl, es werden sicher noch mehr entstehen.

Der Gleisplan

Das Eisenbahnzimmer ist ca. 4×3 Meter gross. Links daneben befindet sich ein Arbeitszimmer, beide Zimmer sind durch einen freien Durchgang verbunden. Oben rechts muss man sich in der Ecke ein Fenster vorstellen, daher endet die Anlage ca. 50 cm vor der Wand.

Die beiden rot markierten Bereiche stellen herausnehm- bzw. klappbare Teile dar. Damit kann ich Kreisverkehr realisieren. Ausserdem ergibt sich dadurch ein Zugang zu einem dreigleisigen Fiddleyard oben mittig zu sehen. Herausnehmbar heisst auch, dass ich zum Bauen einfach so „hineingehen“ kann. Prima Sache.

Die Grösse des Raumes ist nicht üppig, aber ausreichend für einen Betrieb in der Spur 0. Leider lassen sich dadurch R1 Radien nicht vermeiden, das stört mich aber nicht besonders. Rechts oben gibt es einen Kopfbahnhof mit einem zusätzlichem Haltegleis weiter links. Links an der Wand sieht man einen weiteren Bahnhof. Wichtig war mir eine Drehscheibe einzubauen. Ist vielleicht ein klein wenig bescheuert, aber ich wollte das, als habe ich es gemacht.

Die Anlage ist auf einer Ebene gebaut, sie steht in 78cm Höhe. Unten überquert das Hauptgleis ein Tal. Die Tiefe beträgt maximal 100 cm in den Ecken, ansonsten ca. 80 cm. Das reicht, um noch überall hinzukommen. Wer will schon mit krummen Rücken bauen. Also ich nicht.

Der Anfang

Anfang 2001 zog ich nach London und habe dort siebzehn Jahre gewohnt. Damals gab es im Internet wenig spannende Information über die Stadt. Abgesehen von Abhandlungen zu den üblichen Verdächtigen (Big Ben, Queen, Nebel, Pubs etc., gähn) fand ich nichts, was mich interessierte. Also dachte ich, mach es doch selbst. Und hoffentlich besser. Also fing ich an über die Stadt zu schreiben. Im Laufe der Jahre sammelten sich so über 2000 Posts in meinem Weblog „LondonLeben“ an.

Zurück in Deutschland habe ich das Blog irgendwann eingestampft und mich einem komplett neuem Medium gewidmet: Videos. Der kleine Filmemacher, hurra! Meinen alten Kindheitstraum, die eigene Modelleisenbahn, verwirklichte ich zwar schon in London, aber erst hier, in good old Germany, hatte ich Zeit aber vor allem auch genügend Platz, um mich intensiv mit einer neuen Eisenbahnanlage zu beschäftigen.

Ich wollte diesmal den Bau der Anlage komplett für mich festhalten, also begann ich Videos zu drehen und bei YouTube hochzuladen. Ich habe keine Ahnung wieso, aber irgendwie scheint der Krams, den ich mache, einer Menge Leuten zu gefallen. Weder hatte ich das erwartet noch erhofft. Ich wollte wirklich nur zeigen, was ich baue, wie ich baue und warum ich baue, wie ich eben baue. Ich beschwere mich nicht, natürlich freut mich das enorm.

Aber das Schreiben habe ich vermisst. Also warum nicht wieder damit anfangen? Dieses Blog hier soll meinen YouTube Kanal begleiten: Tips, Tricks, neue Produkte, Fotos, Tutorials, worauf auch immer ich Lust habe.

Bei all dem soll der Spass an unserem grossartigem Hobby nicht in den Hintergrund treten. Kommentare sind sehr willkommen, solange sie sich stets weit über der Gürtellinie halten, freundlich und höflich sind. Natürlich geht es hier vornehmlich um die Spur 0, meine Spur. Aber allgemein geht es auch spurübergreifend um den Modellbau.

Lejonthal – Modellbahn Spur 0 ist übrigens ein privates Blog. Ich verfolge keinerlei kommerzielle Interesse, es gibt keine Werbung, es wird auch niemals welche geben. Wenn ich Produkte zeigen, dann nur, weil ich sie mag. Ich verreisse nicht, ich zeige nur, was mir gefällt. Keiner redet mir hier rein, schon gar nicht mit Geld. Alles klar?

Ich wünsche viel Vergnügen.

Konstantin

PS: Respekt vor allen Spuren!